Die Idee
Rock sei Dank | Helfern sei Dank
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Rock im Zeichen der Burg

Markgraf Waldemar von Brandenburg hätte sich wohl arg gewundert, schließlich ließ man seinerzeit zur persönlichen Erbauung auf der Plattenburg die Laute schlagen. Heute dagegen müßte sich der Adelsmann in seinem Prignitzer Domizil hin und wieder elektronische Klänge anhören müssen. Harte Riffs, rockige Röhren und gefühlvolle Balladen bestimmen jedes Jahr an einem Sommerwochenende das Geschehen bei Hofe.

An einem Abend im März 1995 saßen rockmusikbesessene Freunde aus der Prignitz beisammen und überlegten, wie man Top-Musiker in ihre norddeutsche Heimat locken und dabei noch ein gutes Werk für die Allgemeinheit tun könnte.

Der eine, Dietmar Vollert, hatte die Idee. Er kam 1990 als Steuerberater aus dem Sauerland in die Prignitz und kannte "Burgrock" aus seiner alten Heimat. Er hat als Jugendzentrumsleiter so manche Erfahrung bei der Organisation derartiger Veranstaltungen sammeln können.


Der Turm der Plattenburg zeigt
Besucher schon von weitem den Weg


Dr. Uwe Steuer (rechts) und Dietmar Vollert
begrüßen gleich die Rockfans auf der Plattenburg

Die beiden anderen, Uwe Steuer, promovierter Zahnarzt aus Perleberg, und seine Frau Maria hatten die notwendigen Kontakte zur Rockmusik-Szene. Und alle wußten um die Nöte bei der Denkmalpflege für eine der letzten erhaltenen Wasserburgen Norddeutschlands. "Wir nutzen die Plattenburg als Kulisse für ein Rockmusikspektakel und unterstützen die Sanierung der Burg", lautete der knappe Entschluß.

Skeptische Entscheidungsgremien waren zu überzeugen, Sponsoren waren zu finden, eine Bühne mußte her und die Sicherheit der Gäste mußte garantiert sein. Viele Begeisterte waren glücklicherweise bereit, unentgeltlich mitzuarbeiten. Bis heute hat sich ein Stamm von über 30 freiwilligen Helfern gebildet.

Am 2. September 1995 war es dann soweit: Die 1. Rocknacht auf der Plattenburg für die Plattenburg eröffnete die Braunschweiger Singer-Songwriterin Meike Köster.

Dieses Konzept ging auf: Rockmusik verschiedenster Richtungen, gespielt von Musikern, von denen die meisten bereits in den Reihen namhafter Formationen gestanden haben. Und so gibt es inzwischen in jedem Sommer eine Rocknacht auf der Plattenburg. Übrigens hat sich auch eine schöne Tradition ergeben: Neben den Stars steht zu Beginn jeder Rocknacht eine erfolgversprechende Nachwuchsband aus der Region auf der Bühne.


Bis zu 1.300 Besucher erleben jedes Jahr
begeistert ihre Rocknacht auf der Plattenburg

Man fühlt, hier sind Enthusiasten am Werke, Menschen die mit viel Liebe, Hingabe und Sachverstand einiges auf die Beine stellen, um das Baudenkmal zu erhalten.

Und das würde gewiß auch den gramen Markgrafen Waldemar wieder versöhnlich stimmen.