Historie
13. Rocknacht
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Jetzt schlägt's 13!

Datum: 11. August 2007
Bands: Musikfabrik, Nine-T-Nine, Ring Of Fire, Tipsy Tones
Zuschauer: Wir zählen noch
Wetter: Der Wunsch war: Abendsonne und laue Sommernacht (hahaha)
Besonderheiten: Die 13 war eine Glückszahl

So wünscht es sich jeder Veranstalter. Die Bühne steht termingerecht, die Technik und die Bands sind pünktlich. Es herrscht tolle Stimmung unter allen Mitwirkenden und jeder hilft jeden. Es ist schon fast unheimlich, denn um 18.00 Uhr sind alle Sound-Checks perfekt abgeschlossen. Wer abergläubisch ist, muss denken, da kommt noch etwas Unvorhersehbares. Nein - die Stimmung und gute Laune sollte bis 04.00 Uhr anhalten.

Die erste Band hat es immer am schwersten. Die Besucher kommen ganz allmählich, so dass der Burginnenhof sehr übersichtlich "bemenscht" ist. Die Stimmung muß erst angeheizt werden, was die Tipsy Tones aus Pritzwalk mit den ersten Takten ihres Sets hervorragend meistern. Der Schlagzeuger Nico ganz allein auf der Bühne "läutet" den Anfang des ersten Live-Acts ein. Dann gesellen sich der Keyboarder Dian, Gitarrist Carlo und der Basser Alex zu ihm auf die Bühne, um ein Instrumental anzustimmen, dass mit dem Thema von "Mission Impossible" endet. Das hat schon einmal gesessen und die ersten Berührungsängste sind verflogen, so dass Sängerin Nicki ganz unbeschwert (mit einen wohl 5 l Tetra-Pack Apfelsaft) ans Mikro gehen kann. Nun spielen sich die sympathischen Fünf durch ihr 50minütiges Programm. Im Vorfeld wurde nicht zu viel versprochen: es rockt - es soult - es swingt - es funkt. Man will es kaum glauben, dass hier nur eigene Stücke, mal in deutsch und mal in englisch, gespielt wurden. Die Musiker von Nine-T-Nine meinten beeindruckt, dass das hier besser sei, als alle Juli(s) und Silbermond(s) dieser Welt. So ist es nur verständlich, dass die Band nicht ohne Zugabe von der Bühne kommt. Hier gibt es nun doch einen Cover-Song. Schmunzelnd kündigt Nicki "Beat It" von Michael Jackson an - eine tolle Fassung. Es wäre schön, wenn die Musiker-Kollegen der anderen Bands recht behalten, als sie sagen, dass man von den Tipsy Tones noch viel hören wird. Jedenfalls ist dies ein gelungene Anfang für die 13. Rocknacht.

Alle Musiker und Techniker sind wieder mal sehr kooperativ. So stimmen nach einer sehr kurzen Umbaupause - inzwischen so etwas wie das Markenzeiche unserer Rocknacht - Nine-T-Nine aus Hamburg Whitesnakes "Here I Go Again" an.

Die Besucher wissen sofort, was sie in den nächsten 80 Minuten erwartet: Mainstream-Rock im besten Sinne des Wortes. Ihre Eigenkompsitionen sind so voller Herz und Eindringlichkeit, dass man der Meinung ist, man kenne alle ihre Stücke. Da gibt es kein Stillstehen. Für alle Fans sind die Twin-Guitars von Oliver und Stefan ein Hörgenuss. Background-Sängerin Corina dient nicht etwa nur als optische Aufbesserung des Bühnenbildes - sie ist das "i-Tüpfelchen" des musikalischen Sounds. Hier hört und sieht man eine gut einspielte Band. Die beiden Neuzugänge Lorenz an den Drums und Helge am Bass bauen einen hervorragenen Rhythmus-Wall und Jürgen legt mit seinem Keyboard-Turm den noch fehlenden Klang-Teppich. Sharky singt, als ginge es um sein Leben. Es haben alle sichtlich Spaß und es macht vor allem Spaß. "Summer Of '69" von Bryan Adams scheint ein Dauer-Abo bei Live-Gigs zu haben und so fehlt auch er an diesem Abend nicht. Ansonsten gibt es nicht die üblichen Cover-Hits: mit Toto's "Chils Anthem" wird etwas Besonderes geboten. Auch ihre eigenen Stücke, allesamt mit Hitpotential, brauchen sich nicht zu verstecken. Eine Zugabe ist nach diesem hervorrangenden Set natürlich obligat.

Vielleicht war es eine Eingebung, vielleicht aber nur Glück, dass vor einiger Zeit der Film "Walk The Line" (Johnny-Cash-Story) so erfolgreich im Kino lief und somit der Name Johnny Cash sehr präsent war. Aber was auf dieser Rocknacht zählt, ist die Präsenz der Musiker und ihre authentische Spielweise der Cash-Songs, ohne diese 1 zu 1 zu "kupfern". Statt dessen erhalten sie eine eigene Note mit hohem Erkennungswert. Es ist unumstritten und schmälert auch nicht die Leistung der anderen Musiker der Band: Der Neuseeländer Peter Caulton ist Ring Of Fire. Würde man ihn nicht sehen, gäbe man ein Ohr bei einer Wette, dass Johnny Cash am Mikro steht. Es stimmt, Peter lebt Cash in jeder Sekunde seiner Performance. Vielleicht ist es für einige Gäste neu, dass Cash nicht nur der Country-Man war. An diesem Abend erhalten die Besucher wirklich einen kompletten Querschnitt aus dem Schaffen des "Man In Black". Micky Wolf an der Gitarre rockt den Rockabilly, um dann der Steel-Guitar die entsprechenden Töne zu Peters immer emotionalem Gesang zu entlocken. Genauso beherrscht er die leisen Töne der Akustik-Gitarre. Es ist professionell und dennoch mit dem Herzen gespielt. Wenn der große Akustik-Bass auch der Tod des Transportmittels ist, so ist er klanglich kaum zu übertreffen. Bassist Claus Martens lässt keine Chance aus, dies zu beweisen und es gelingt ihm außerordetlich. Auch akrobatisch überzeugt er und zwar in den verschiedenen Bass-Spiel-Disziplinen: stehend, liegend, drauf liegend, nicht berührend. Schlagzeuger Jan Polter kann an diesem Abend nicht dabei sein, wurde aber würdig vertreten. Eine Titelliste aufzuführen, erübrigt sich eigentlich. Aber für die Hardliner unter Euch: "Without Love", "Hurt", "Personel Jesus", "Steel Guitar Rag", "Wanted Man", "Cocaine Blues" ... ... ... "Ring Of Fire".

Die Wittenberger Band Musikfabrik will es an diesem Abend wissen. Mit großem technischen Aufwand, über den sich so manche Großen freuen würden, beginnen sie kurz nach 23.00 Uhr mit ihrer "Pink-Floyd-Show". Über der Bühne ist eine runde Leinwand befestigt.

Der Beamer und die Video-Kamera stehen auf "On". Der Laser ist gerichtet. (Übrigens: Die andereren Bands durften die notwendigen Gerätschaften zur Leinwandübertragung ebenfalls nutzen - Danke.) Wieviel Mut muß man haben, um sich als Hobby-Musiker an Pink-Floyd-Klassiker zu wagen? Bei der Musikfabrik ist es kein Mut und auch keine Selbstüberschätzung. Es ist ganz einfach eine Verbeugung vor ihren musikalischen Helden. So geben die drei Gitarristen, Bassist, Keyboarder/Gitarrist, Schlagzeuger, Sänger/Perkussionist und die drei anmutig gekleideten Background-Ladies (sowie ein wenig technische Schützenhilfe) ihr Bestes und wirken dabei niemals peinlich. Alle sind bis zur letzten Sehne angespannt und vor allem ehrlich, so dass es eine Freude und eine Party ist, zuzusehen und zuzuhören. Es versucht niemand ein "Pink Floyd" zu sein, dennoch behalten alle Titel den typischen Floydschen Charakter, strahlen Floydsche Atmosphäre aus und somit wird diese Show ein Riesenspaß. Das Publikum gibt ihnen recht und honoriert lautstark die Leistung. Natürlich fehlt das kleine Feuerwerk am Ende dieses Sets nicht - peng - peng - peng ! Die Musikfabrik hat auch ein feines Gespür dafür, wann man diese Verehrung beenden sollte, denn weiniger ist manchmal mehr. Nach gut 50 Minuten beenden sie ihren ersten Teil des Auftrittes. Nach kurzer Umbaupause, die auch den Ladies die Möglichkeit eines Outfit-Wechsels gibt, lässt es sich die Musikfabrik nicht nehmen, diese Rocknachtparty noch einmal mit vielen Hits von gestern und heute anzuheizen. Wie gut jede einzelne Lady am Mikrofon ist, kann sie jetzt mit ihrem Solo-Song oder im Duett beweisen. Es sind die üblichen Verdächtigen, wie CCR, Westernhagen, Keimzeit ... "Eve Of Destruction" kann eben doch nur der "McGuire der Prignitz" singen und "Juli" wurde selbstverständlich im August gespielt. Das tut der Stimmung nach Mitternacht wirklich gut.

Nach dieser großartigen Rocknacht steht wieder fest: Es soll eine Nachfolgerin geben - die 14.Rocknacht, am 9. August 2008.