Es war Zufall, dass die 15. Rocknacht auf den Tag
genau 40 Jahre nach der Urmutter aller Festivals in Woodstock stattfand. Der
jüngsten und ersten Band war es vorbehalten, an dieses Ereignis von 1969
zu erinnern. Dies taten sie auch musikalisch.
Gravity Free war
wohl überhaupt die Überraschung der 15. Rocknacht. In klassischer
Dreierbesetzung Gitarre-Bass-Schlagzeug setzte die Band auf bewährten
Rock, dies aber so frisch, als hätten sie manchen Song neu erfunden. Schon
das Intro des 60-minütigen Auftritts von Gravity Free zeigte, in welche
Richtung das Programm geht. Von der Konserve schallten über den Burghof
die Anfangriffs von "Voodoo Chile" von Jimi Hendrix. Von Bühnennebel
begleitet setzte sich die Band gleich mit "Foxy Lady" eine hohe Meßlatte.
Mehr als klassische Sängerin ausgebildet, röhrte Julia Schuhmacher
regelrecht bei Songs wie "Black Night" oder "Superstitions". Richtiges
Woodstock-Feeling gab es bei "Purple Haze". Bemerkenswert bei Gravity Free war,
dass Gitarre und Bass oft als gleichberechtigte Melodieinstrumente eingesetzt
wurden, so dass Drummer Lennart Bauer die verantwortungsvolle Aufgabe hatte,
alles rhythmisch zusammenzuhalten (klang das Schlagzeug gut !!!). Den
krönenden Abschluss des Sets setzte "Mr. Big" (Free) mit einem klassischen
Andy-Fraser-Bass-Solo. Eike Steuer (b) und Philipp Ott (g) ließen es sich
nicht nehmen, das schon recht zahlreiche Publikum (20.15 Uhr) auf den
Bass-Boxen vor der Bühne anzuheizen.
Ein wunderbarer Start für eine Rocknacht.
 
 
Die zweite einheimische Band
Circle's End ließ es etwas
düsterer mit einem "Gothic"-Touch angehen. Dem hervorragenden Gesang von
Kathrin Thurmann merkte man ebenfalls die klassische Ausbildung an. Die Presse
schrieb treffend,:"Ruhige Passagen wechselten mit metall-mäßigen
Einlagen; manchmal wartete Circle's End mit origineller Harmonik auf, die sich
deutlich vom üblichen Rockklischee absetzte." (MAZ)


Bei der 15. Rocknacht wurde eben wieder etwas Neues
und Gelungenes probiert.
"Und dann kam's" (MAZ) Rudolf Rockmit Mannen und einem kleinen
Energiebündel mit riesiger Stimme - Sens. Susi. Konnten auch viele
Besucher nichts mit der "Mandy aus Grabow" anfangen, was nebenbei durchaus
für sie sprach, so begann jetzt die Party. Die Mannen um Uli Salm (Rudolf
Rock) zeigten sich als musikalische Routiniers, die vor Spielfreude nur so
sprühten. Stargast Hugo Egon Balder trommelte sich am 2. Schlagzeug durch
einen Teil des Abends. Mit seinen Gesangseinlagen und am E-Piano brachte er
Rockstandards mit eingedeutschten Texten, die Balder-like auch schon mal etwas
deftiger waren. Das Publikum hatte jedenfalls seinen Spaß. Im Duett oder
Solo röhrte Sens Susi die Klassiker nur so hin. Bei "Me and Bobby McGee"
von Janis Joplin sträubten sich bei dem einen oder anderen schon die
Nackenhaare. Aus dem Klassiker "Highway to Hell" wurde der "Heimweg zu hell"
und bei "House of the rising sun" beschwor Hugo "Ein Haus in Altona. "Proud
Mary" war "Liebe für uns alle" - ein Motto, das wohl im Sinne aller
Rocknachtfreunde war. Es soll noch einmal die Presse zitiert werden: "Es
stimmte einfach alles: Das laue Sommerabend-Wetter, der Mix aus Metall und
Klassik, Evergreens von Free, Jimi Hendrix, Deep Purple und einem Rausch aus
Sexappeal und einmaligem Sound." (Der Prignitzer)
 
 
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