Mit dem Enthusiasmus der 1. Rocknacht haben die Vorbereitungen
für die zweite Veranstaltung dieser Art zeitig begonnen.
Dennoch sollten die Veranstalter diesmal besonders hart
geprüft werden. Vor Konzertbeginn hielt die vergrößerte
Bühnenanlage einem Unwetter nicht stand. Regenwasser im Mischpult - die
Wasserburg wollte ihrem Namen wohl alle Ehre machen.
Mit Verspätung aber mit Heimvorteil betritt die
Braunschweiger Singer-Songwriterin
Meike Köster die
Bühne. Wie im vergangenen Jahr beweist sie, daß sie nicht zu unrecht
als kleine Schwester von Melissa Etheridge und Joan Armatrading gehandelt wird.
In diesem Jahr gibt sie sich mit Band noch einen Tick rockiger.
Das Berliner Country-Duo
Fairplay heizt dem Publikum
dann so richtig ein. Kenner der Szene wissen natürlich: Die beiden Musiker
dudeln nicht einfach bekannte Truckerhits nach. Mit eigenen Songs und ihren
Interpretationen bekannter Titel begeistern die musikalischen Multitalente
sowohl eingefleischte Country-Fans als auch harte Rocker. Bei ihren Versionen
von "Alt wie ein Baum", "Ring of Fire" (als Dance Floor) und Citys "Am Fenster"
wird im Publikum gesungen und getanzt. Die beiden gehören einfach zum
Besten, was die deutsche Country-Szene zu bieten hat.
Von der Atmosphäre dieses Konzertes begeistert, spendet
Fairplay zu guter Letzt einen Teil ihrer Gage für die Erhaltung der
Burg.
Ohne auch nur einen Hauch von Ostalgie
aufkommen lassen zu wollen, haben sich die Veranstalter für die vier
Musiker der Gruppe Lift
entschieden. Bei bekannten Balladen der Mannen um Sänger Werther Lohse wie
"Am Abend mancher Tage", "Wasser und Wein" oder "Abendstunde" kommen alte Fans
ins Schwärmen, den neuen Titel lauschen sie allerdings etwas
zurückhaltend.
Dann wird's auf der Bühne
rappelvoll. Den krönenden Abschluß des großartigen Programms
liefern die 20 Blues
Jackets aus Magdeburg. Die Frontmänner des Ensembles zollen
eindrucksvoll ihren "soulful tribute to the Blues Brothers". Die
Backgroundsängerinnentänzerinnen geben alles. Denn die
Vollblutmusiker ziehen quer durch die Rockgeschichte und machen
Rockgrößen wie Tina Turner und Joe Cocker alle Konkurrenz. Jetzt
fallen die Hemmungen im Publikum: Alle sind Fans, alle singen, alle klatschen,
alle tanzen.
Fazit: Eine tolle Mischung aus Stimmung und Gefühl hat an
diesem Abend begeistert. Und mit Blick auf das "Regenmalör" wissen die
Macher: Im nächsten Jahr wird die Bühne von Profis gebaut. |