Zur 3. Rocknacht gab's eine Neuerung. Die Veranstalter waren sich
einig, dass man Nachwuchsbands aus der Region eine Chance geben muss.
Sie haben dies in einer Art Wettbewerb ermittelt.
Rocknacht-Macher Uwe Steuer erklärte: "Die Bands sollten uns ein
Info-Blatt und eine Demokassette zuschicken. Diejenige regionale Gruppe, die am
besten in das musikalische Konzept paßt, wird dann die Gelegenheit haben,
vor einem relativ großen Publikum auf der Plattenburg zu spielen."*
So feiert am Abend der Rocknacht
Steinzart aus Pritzwalk
einen Riesenerfolg. Ihre Mischung aus Folk und Rock kommt bei den Leuten auf
dem sich füllenden Burghof an. Ihre Coverversionen von Titeln von Styx
("Boat On The River"), den Pogues und Kiss begeistern die Zuschauer. Das
Highlight heben sich die vier Nachwuchsmusiker allerdings biz zur Zugabe auf:
R.E.M. mit "Loosing My Religion".
Nachdem sich das Trio der
Working Blues Band aus Köln
von der überwältigenden Kulisse und der Atmosphäre im Burghof
erholt haben, machen sie ihrem Namen alle Ehre - auch auch in ihrem 76. Konzert
in diesem Jahr arbeiten sie den Blues. Und sie arbeiten ausdauernd mit dem
begeisterten Publikum. Thomas Diemer schafft sich als Drummer an einer
Mülltonne und Oliver Steller stemmt mitten unter den Zuschauern ein
Gitarrensolo.
Als die General Lee Band aus dem Sauerland die Bühne betritt,
ist es schon bald Mitternacht. Doch mit zünftigem Southern-Rock - Lynyrd
Skynyrd, Molly Hatchet und die Allman Brothers sind im Geiste unter uns -
lassen sie bei den Fans bis um halb zwei keine Müdigkeit aufkommen.
Fazit der 3. Rocknacht: Den Veranstaltern gelingt es erneut, die
Gäste mit toller Musik und perfekter Organisation zu begeistern. Für
die nächste Rocknacht steht allerdings fest: Der letzte Act sollte nicht nach
22 Uhr beginnen - das Ende um 1.30 Uhr war in diesem Jahr doch wohl ein wenig
heftig.
*Märkische Allgemeine Zeitung vom 19. Februar
1997 |