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Der Prignitzer, 26.05.2001

Rocknächte mit Herz und Sinn

Etwa 25000 Mark kamen bisher der Sanierung der Plattenburg zugute

Plattenburg • Nicht nur, dass die bisher sechs Rocknächte die Plattenburg sogar schon international zur guten Adresse für Konzerte der feinen Form gemacht haben. Es fällt jedesmal auch noch Gutes für die Burg ab.

Rund 25 000 Mark sind das in den vergangenen sechs Jahren gewesen, die der Verein zur Förderung und Erhaltung der Plattenburg mit den Rocknächten für Investitionen auf der Burg einsetzen konnte. "Ich glaube, wir machen wohl die einzige Veranstaltung im Kreis, die ohne Förderung auskommt und sogar noch schwarze Zahlen schreibt", stellt Uwe Steuer als einer der Organisatoren nicht ohne Stolz fest. Zu danken sei dies vor allem der ehrenamtlichen Tätigkeit der Organisatoren und der etwa 30 Helfer bei jeder Veranstaltung. Und sichtbar geworden sind die Investitionen zum Beispiel in der sanierten Ringmauer im oberen Burghof, in der Beleuchtung des Innenhofes, dem Toilettenhaus, einem Zimmer mit vier Betten, in den Bänken und Papierkörben. Die neueste Anschaffung ist ein historischer Kaminofen, den Steuer & Co. in der Perleberger Karl-Marx-Straße vor bedenkenlosem Abriss bewahrt haben und dessen fachgerecht abgetragene Einzelteile nun auf den Wiederaufbau in der Burg warten. Vieles passiert natürlich auch über die guten Beziehungen und zu günstigen Preisen - gemeinsames Interesse verbindet eben und rechnet sich nicht immer nach Mark und Pfennig. So sind die Rocknacht-Macher nicht ohne Grund stolz auf ihre Schöpfung, die mit der siebenten Auflage am 14. Juli schon auf Tradition und Stammpublikum verweisen kann. Und, was nicht unwichtig ist: Es gab bislang keinerlei Zwischenfälle, Randale oder Zerstörungen, wie es so viele vordem prophezeit hatten. Ganz im Gegenteil: "Herz-Veranstaltungen" nennt Brigitte Hackenberg von der Burg die Rocknächte, wie für eine große Familie. Der jüngste Besucher bisher war sieben Monate alt, er wurde extra in einem Zimmer beaufsichtigt. Und an den ältesten erinnern sich auch noch alle: Einen Mann von mindestens 80 Jahren, der mit Krückstock auf eine Bank gestiegen war und im Rhythmus klatschte.

Bitter aufgestoßen ist allerdings in diesem Jahr, dass ohne ein koordinierendes Vorgespräch im Prignitz-Sommer-Programm nur zwei Wochen vor der Rocknacht eine Veranstaltung "Rock auf der Burg" stattfinden wird. "Da hätte man lieber was Gemeinsames machen sollen", meint Steuer, anstatt gegeneinander zu arbeiten.

Da es sich allerdings dabei um eine kleinere Form mit Amateurbands handelt, befürchtet niemand eine Konkurrenz zur Rocknacht, zu der auch in diesem Jahr wieder allererste Klasse erwartet wird. John Lawton, ehemals Uriah Heep, wird mit der Hensley Lawton Band kommen, Dirk Zöllner & Trio Bravo sowie die Masterminds.

Rainer Dyk