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Märkische Allgemeine Zeitung, 16. Juli 2001

Musik, die glücklich machte

Die siebte Rocknacht auf der Plattenburg war die schönste

BERND ATZENROTH

PLATTENBURG • "John Lawton hat mich heute glücklich gemacht." Was Rocknacht-Helfer René Bienek nach dem Auftritt des früheren "Uriah Heep"-Sängers am Sonnabend empfunden hatte, galt noch für manch anderen der weit über 1000 Besucher der Rocknacht auf der .Plattenburg, der sich in seine Jugendzeit zurück versetzt fühlte. Mit "Easy Livin" begann die Rocklegende ihr Programm, über die ganze Dauer des Konzertes verteilt folgten mit "Gipsy", "Lady in Black" und "Free Me" alle Klassiker der Supergruppe aus den siebziger Jahren.

Dabei handelte es sich hier keineswegs um eine angestaubte Nostalgie-Veranstaltung. Denn Lawtons Band präsentierte auch viel von seinem neuen Album, das ausgesprochen frisch wirkte. Wie der Sänger selbst, der einen körperlich und vor allem stimmlich absolut fitten Eindruck machte und das Publikum mit witzigen und charmanten Bemerkungen schnell restlos auf seine Seite zog. Vor allem "Lady in Black", im leichteren Rhythmus und gemischt mit "Give peace a chance" präsentiert und das mit Santanas "Jingo gemischte "Free Me" waren auch nicht einfach nur in der althergebrachten Version gebracht. Das sowieso sehr gut gelaunte Publikum freute sich, sang mit und ließ sich von Lawton auch noch zu regelrechten Gesangsübungen animieren.

Mit fast theatralischer Gestik und einem Überschwang an purer Emotion hatte Dirk Zöllner zuvor seinen Auftritt absolviert. Wenn er mit ausgebreiteten Armen "Hallelujah" sang oder der traurig-schönen musikalischen Begleitung durch das ukrainische "Trio Bravo" noch ein melancholisches und stimmliches Glanzlicht aufsetzte, aber auch wenn er samt Namensnennung in "Königin" mit einer Verflossenen abrechnete, zog er mit seinem ganz eigenen Charisma seine Fans in den Bann.

Auch wenn die Auftaktband zuletzt genannt. wird, so sagt dies nichts über die Qualität der Darbietung. Denn die "Masterminds" haben sich so gekonnt dem Soul verschrieben, dass manche Version von Klassikern kaum hinter dem Original zurückblieb. Einen regelrechten wohligen Schauer jagte vor den Zuschauern vor allem die tolle stimmliche Interpretation von Joe Cockers "With a little help from my friends" über den Rücken. Apropos Schauer: Nicht einmal die Regentropfen konnten der einfach schönen Stimmung einen Abbruch tun. Es war wohl für nicht wenige, die das Ereignis seit Jahren verfolgen, die gelungenste Rocknacht überhaupt. Auch die Bands fühlten sich wohl, lobten sich alle gegenseitig überschwänglich von der Bühne herab, freuten sich aber vor allem über die herzliche Aufnahme seitens der Veranstalter.


Märkische Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2001

Rocknacht - Splitter

ROCKFANS • Gut 1300 Besucher waren in diesem Jahr auf die Plattenburg gekommen. Das ist in etwa so viel wie im Vorjahr. Allein der Regen verhinderte somit einen neuen Besucherrekord bei dem alljährlichen Rock-Großereignis in der Prignitz. Sowohl beim Publikum als auch bei den Musikern wurde diese Rocknacht als besonders gelungen empfunden.

ROCKLEGENDE • Das Publikum bekam in diesem Jahr Einiges geboten, nicht zuletzt eine echte Rocklegende. Denn John Lawton hat nun einmal mit "Uriah Heep" und "Lucifer‘s Friend" Rockgeschichte geschrieben. Auch mancher Musiker der anderen Bands freute sich auf diesen Auftritt besonders. So hatte ein Mitglied des ukrainischen Trio Bravo früher in einer Coverband gespielt - und als ersten Titel einen Song von "Uriah Heep" eingeprobt.

ROCKCHAT • Sie kannten sich bislang nur virtuell: die Veranstalter der Plattenburg-Rocknacht, Prignitzer Zöllner-Fans und Meister Dirk Zöllner selbst. Auf dessen Homepage hatten sie sich im Chat-Raum in den vergangenen Monaten einen zum Teil recht munteren Dialog geliefert. Nunmehr lernten sie sich alle persönlich kennen. Anlass für Zöllner, den Rocknachtmachern im Nachhinein noch einmal für den "schönen Sommerabend" zu danken - natürlich wieder per Mail.