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Der Prignitzer, 19. August 2002

Von Hart bis Soft - ein Wechselbad der Gefühle

8. Rocknacht auf der Plattenburg macht Lust auf mehr

Plattenburg • Mit wenigen Besuchern gerechnet, und dann wurden es trotz des drohenden Hochwassers rund 500. Veranstalter Uwe Steuer war zufrieden. Eine Absage der Rocknacht habe er nicht in Erwägung gezogen. Am Sonnabend sei die Situation im Kreis nicht bedrohlich gewesen, auch wenn viele für ihr Haus oder ihre Gemeinde stundenlang Vorsorge treffen mussten.

Aber genau deshalb sei es richtig gewesen, die Rocknacht durchzuführen, den Helfern am späten Abend eine Abwechslung zu bieten. "Wer weiß, was in den nächsten Tagen auf uns zukommt", so Steuer.

Die düsteren Gedanken vertrieben hat neben den zwei Vorbands (wir berichteten gestern) "Coverdeal". Rock aus mehreren Jahrzehnten. Mal hart, mal soft. Schonungslos spielten die Jungs die Tonleiter der Gefühle auf und ab. Erste Feuerzeuge glimmten.

Naja, und die durften eigentlich nicht mehr ausgehen. Denn "Brogues & Company" taten das, was sie in der Ankündigung versprochen hatten: Irish Folk mit einer Priese Rock. Und Geigerin Jana Mende trägt einen großen Anteil daran. Ihre Spielfreude strapazierte Bogen und Saiten bis aufs Äußerte.

Mit der finnischen Band "Entwine" betraten Uwe Steuer und Dietmar Vollert Neuland. "Die Band spielt 'Gothic', eine Richtung, die wir noch nie auf der Burg hatten", so Steuer. "Aber mir gefällts", fügte er hinzu.

Und damit war er wahrlich nicht der einzige. Norbert und Dajana Zimmer sind fast jedes Jahr dabei. "Man kann die Konzerte nicht miteinander vergleichen, aber es macht immer wieder Spaß", erzählen sie. Stimmung und Ambiente seien einmalig. "Besonders schön finden wir, dass die Bands nach ihren Auftritten nicht gleich abfahren, sondern hier vor der Bühne stehen und mitfeiern."

Hanno Taufenbach


Der Prignitzer, 20. August 2002

Folk und Gothic - neuer Sound auf der Rocknacht

Plattenburg • Im kleinen Familienrahmen begann am Sonnabend die 8. Rocknacht. Ein Großteil der Rock-Verwandtschaft füllte Sandsäcke, war auf dem Deich, brachte die eigene Habe in Sicherheit. "Die Menschen haben Existenzängste, in Gedanken sind wir bei ihnen", sagte Dietmar Vollert von den Organisatoren, bevor Dirk Schäfer zur Gitarre griff.

Selbst Uwe Steuer war überrascht, als sich der Künstler bei ihm kurz vor Konzertbeginn meldete. Die Vorband musste kurzfristig, absagen und hatte Ersatz geschickt. "Da wir uns auch selbst um eine andere Band bemüht haben, spielen jetzt zwei im Vorprogramm", so Steuer, der die Rocknacht ins Leben rief.

Den Fans war es recht. Zumal "Dietrich und Kalle" einen Kontrast bildeten. "Wir bringen die heiligen Hallen nicht zum Beben, sondern zum Schweben", kündigten sie an und hielten das Versprechen. Statt harter Töne eher sanfte Melodien, sogar - ein romantischer Walzer, aus Mexico war dabei.

"Coverdeal" betrat die Bühne, der pure Rock kam aus den Boxen. Hits der Rockgeschichte von Bon Jovi bis "We will rock you". Dass lrish Folk durchaus dem Bereich der Rockmusik zugeordnet werden kann, bewiesen "Brogues & Company" mit ihren Interpretationen folkloristischer und traditioneller Melodien. Bis zum Auftritt der finnischen Band "Entwine" hatte sich der Burghof dann doch noch gefüllt. Viele waren direkt vom Deich gekommen. "Das lass' ich mir nicht nehmen, auch wenn es morgen wieder ab 7 Uhr auf den Deich geht", sagte einer aus der großen Familie.

500 Besucher schätzte Uwe Steuer, rund die Hälfte weniger als in den Vorjahren: "Ich bin stolz, dass so viele- gekommen sind", meinte Steuer in Anbetracht der aktuellen Situation. (ausführlicher Bericht folgt)

Hanno Taufenbach