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Der Prignitzer, 15. August 2005

Musik-Tatort der besten Wahl

Jubelnde und tanzende Fans bei der 11. Rocknacht auf der Plattenburg

Plattenburg • Ausbrecher, Polizisten und ein Kommissar gestalteten die 11. Rocknacht auf der Plattenburg. Doch kriminell ging es dabei nicht zu, selbst das Wetter zeigte sich friedlich.

Obwohl, so ein bisschen kriminell geriet der Start schon, und zwar im übertragenen Sinne. Denn zunächst schauten die beiden Organisatoren Dr. Uwe Steuer und Dietmar Vollert doch etwas fragend in die noch recht lichten Besucherreihen. Doch schon bald füllte sich der Burghof mehr und mehr, ging der schwermetallige Sound der "Jailbreaks" aus Mecklenburg in die Beine, bewegten sich die ersten Fans rhythmisch mit.

Genaues Hinhören war bei "Kelvin" gefragt, denn für den Musikpolizisten, wie er sich selbst nennt, kommt es vor allem auch auf die gesprochenen Pointen über Stars und Sternchen der Musikszene an, und die sind durchaus hintersinnig, regen zum Nachdenken an für den, der sich voll konzentriert darauf einlässt. Die Fans taten es, positionierten sich entsprechend in Bühnennähe und sparten auch nicht mit Applaus.

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt, als der Tatortkommissar Batic alias Miro Nemec mit "Asphyxia" die Bühne betrat und sich auch gleich vom Ministerpräsidenten Stoiber seiner bayrischen Wahlheimat, distanzierte. "Wir sind die andere Fraktion".

Doch die Rocknacht ist kein Ort der großen Politik, und so legten sich die Musiker gleich voll ins Zeug, überzeugten: mit ihrem Mix unterschiedlichster Richtungen und Stile von Joe Locker bis Rio Reiser. Neben dem Starsaxophonisten Klaus Kreuzeder hatte Nemec diesmal auch zwei Posaunisten und einen Trompeter mitgebracht. Spätestens beim Bahn-Blues gab es vor der Bühne kein Halten mehr, tanzten die Fans aller Altersgruppen mit; wurden erste Feuerzeuge entzündet.

Resümee: die 11. Rocknacht bot wieder tolle Stimmung und das Versprechen von Steuer und Vollert, dass auch 2006 auf der Plattenburg gerockt wird. P.F.