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Märkische Allgemeine Zeitung, 04. August 1997

Wer früher ging, war selbst schuld

Dritte Rocknacht auf der Plattenburg / Tolles Debut der Pritzwalker Band "Steinzart"

Plattenburg. "Absolut Genial!" Thomas Diemer, Schlagzeuger der "Working Blues Band" aus Köln, war ganz aus dem Häuschen angesichts dieses Ambientes: Die Atmosphäre auf der Plattenburg begeisterte auch bei der dritten Rocknacht Musiker wie Fans. Dabei waren die Kölner Musiker wie auch die "General Lee Band" zum ersten Mal in der Prignitz. Doch beide bekundeten übereinstimmend, daß sie sich vorstellen können, wiederzukommen.

Zwar füllte sich der Innenhof erst nach und nach. Doch gab die Pritzwalker Band' "Steinzart" ein vielversprechendes Debut auf der Plattenburg-Bühne. Mit einer rockig-folkloristischen Mischung überzeugten sie das Publikum. Ihr Repertoire reichte von der alten Styx- Nummer "Boat on the river" über Pogues- und Kiss-Stücke bis hin zur Zugabe "Losing my religion" von R.E.M. Ihr Erfolg gibt den Machern des Festivals recht: Auch bei der vierten Rocknacht sollte wieder eine einheimische Band verpflichtet werden.

Umgehend ging es danach weiter mit der Working Blues Band, die, wie der Name sagt, den Blues auf der Bühne arbeitet - auch nach bereits 75 Auftritten 1997 noch inspiriert und gekonnt. Auch das Profi-Trio um den versierten Gitarristen Oliver Steller kam an - wenngleich Blues-Musik offenbar für manchen Prignitzer Musikfan doch zu speziell oder an diesem Abend einfach nicht so angesagt war. Die Band war dennoch mit der Resonanz zufrieden. Richtig klasse das Schlagzeugsolo auf einer Mülltonne.

Zum guten Schluß betrat dann die siebenköpfige "General Lee Band" die Bühne. Schon rein optisch wurde deutlich, daß sie ihre großen Vorbilder "Lynyrd Skynyrd" und die "Allman Brothers" auch von der Optik her verinnerlicht hatten. Sänger und Sängerin versetzten das Publikum in die Südstaaten der USA. Mit einem energiegeladenen Set hatten die sieben aus dem Sauerland ihre Zuhörer sofort auf ihrer Seite - sofern diese noch da waren. Denn Punkt zwölf Uhr brachen viele Zuschauer auf und waren offenbar auch nicht dadurch davon abzuhalten, daß ihnen ein gutes Stück Musik entging. Schade - für sie. Die, die blieben, waren dafür umso begeisterter.

Bernd Atzenroth