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Märkische Allgemeine Zeitung, 12. Juli 1999
Mit Verona Feldbusch in der Wanne
Plattenburg-Rocknacht: Die Gruppe "Emma" will die Ehre der
Männerwelt retten
Ihrem Namen zum Trotz gibt sich die thüringische
Rockgruppe "Emma", die vergangenen Samstag auf der Plattenburg-Rocknacht
spielte, dem Männlichkeitskult hin. Hinter der Bühne waren sie alle
richtig nett und bescheiden, waren weibliche und männlichen Mitglieder des
Bandtrosses eine große Familie und ganz lieb zueinander. Mit Sänger
"Emma" alias Matthias Hirschfeld und Keyboarder Matthias Müller sprach
Bernd Atzenroth.
Warum heißt Ihr Emma und führt im Namen dann noch
den Zusatz männlich?
Matthias Müller: Emma ist unser Sänger. Der
Zusatz "männlich" macht deutlich, daß wir uns von dem gleichnamigen
Frauenmagazin unterscheiden. Alle haben angefangen, auf die Männerwelt zu
schimpfen. Nach Sabrina Setlur, Tic Tac Toe und anderen dachten wir, daß
es mal wieder an der Zeit ist zurückzuschlagen ...
Nun ja...
Matthias Müller: Natürlich machen wir das mit
einem Augenzwinkern, denn wir wissen ja, wie es wirklich ist...
Wie fandet Ihr die Plattenburg-Rocknacht?
Matthias Müller: Das war eine sehr gut organisierte
Geschichte. Super-sympathische Veranstalter. Hier steht das gemeinsame Erleben
im Vordergrund: Wir hatten ein tolles Publikum, das uns sehr angenommen hat. In
dieser Region haben wir im übrigen noch nie gespielt. Aber wir würden
gerne wiederkommen.
Sehr schön war Euer Lied "Backstreet Boys ham keine
Piepiep-Ei-Ei ... "
Matthias Müller: Das ist ein Anliegen von uns:
Backstreet Boys - solche Musik überflutet die Radiolandschaft. Gut
gemachte, aber sterile Produkte fürs Mädchenkinderzimmer.
Bei Eurem Soundcheck haben wir eine Einspielung gehört,
die nach Telefonsex-Reklame klang. Im Konzert haben wir sie dann vermißt
...
Matthias Müller: Heute haben wir nur einen Teil der
Show gezeigt. Unsere neue Show soll zwei Stunden dauern und eine
Telefonsex-Parodie sein. Die Stimme für die Bandeinspielung hat uns eine
"Professionelle" aufgenommen, die das wirklich macht. Die war richtig nett, wir
sind mit ihr jetzt befreundet.
Eure Bühnenshow mit Bandeinspielungen und
Tänzerinnen ist ungewöhnlich. Wie seid Ihr dazu gekommen?
Matthias Müller: Den Einbau solcher
schauspielerischen und tänzerischen Elemente haben wir gelernt, als wir
mit Klaus Lage in einem Musical zusammengespielt haben.
Wie lange gibt es Euch schon, und was habt Ihr demnächst
vor?
Matthias Müller: In dieser Besetzung spielen wir seit
vier Jahren zusammen. Im letzten Jahr hatten wir viele Fernsehauftritte. So war
Emma der erste, der bei Verona Feldbusch in der Badewanne saß ...
Außerdem haben wir beim MDR-Riverboat gespielt. Momentan machen wir mal
60, mal 40 Auftritte pro Jahr. Im Herbst wollen wir mit unserem neuen Album
beginnen.
Seid Ihr reine Profimusiker?
Matthias Müller: Wir haben alle noch unsere normalen
Berufe. Darüber sind wir froh. So können wir unsere Karriere Schritt
für Schritt angehen.
Emma: Ich bin zum Beispiel ein singender Baggerfahrer.
Dadurch, daß wir nicht Nur-Musiker sind, ist der Erfolgsdruck nicht so
groß. Das ist gut.
Würdest Du für den Erfolg alles machen, also auch
den Backstreet Boy?
Emma: Nein. Ich glaube, daß man verhindern kann, in
eine solche Situation zu kommen, wenn man schon vorher genau überlegt, was
und wohin man will.
Emma, veränderst Du Dich auf der Bühne?
Emma: Ein ganz kleines bißchen ... Jedenfalls habe
ich keine Angst vor Publikum. |